Wer hat Lampenfieber?

 

Nicht nur Schauspieler und Musiker kennen dieses flaue Gefühl im Bauch, begleitet von Herzklopfen und Schweissausbrüchen. Lampenfieber ist ein Phänomen, das auch Pressesprecher, Lehrer, Vorgesetzte, Sportler, Bewerber, Schüler – kurz, alle Menschen, die sich vor Anderen präsentieren müssen, sei das in öffentlichem oder privatem Rahmen.

 

Lampenfieber versus Auftrittsangst

 

Ein gesundes Mass an Lampenfieber und Aufregung im Vorfeld von Auftritten, Prüfungen oder Präsentationen sind normal und auch wichtig, wirken anregend und beflügelnd. Starke Ängste hingegen können nicht nur Leistung und Ausstrahlung beeinträchtigen, sie vermindern auch die Freude an der jeweiligen Tätigkeit.

 

Lampenfieber - ein Tabuthema

 

Angst vor öffentlichen Auftritten, Angst, sich zu exponieren sowie Prüfungsangst gehören zu den am häufigsten vorkommenden Ängsten. Obwohl viele Menschen so sehr unter Lampenfieber leiden, dass sie blockiert sind und ihr Auftritt zur Qual wird, ist diese Problematik sehr oft ein Tabuthema, und es wird versucht, solche Zustände bestmöglich zu überspielen. Notfalls hilft man sich mit Medikamenten wie Betablocker oder greift zu Alkohol und anderen „Drogen“, um das Lampenfieber zu bekämpfen. Damit müssen aber oft unangenehme Nebenwirkungen und Leistungsverminderungen in Kauf genommen werden.

 

Warum entsteht dieser Stress?

 

Unser Kleinhirn hat schon seit Urzeiten ein Programm intus, das auf gefährliche oder unsichere Situationen reagiert. Und dieses Programm läuft auch heute in der modernen Zivilisation immer noch gleich ab.

Unsere Vorfahren sahen sich zum Beispiel einer Gefahr gegenüber, ein wildes Tier oder ein Feind. Die Natur, die Lebewesen haben dafür drei Überlebensstrategien entwickelt:

 

1. Davonrennen,  2. Angreifen,  3. Totstellen

 

Für Punkt 1 und Punkt 2 braucht der Körper eine totale Mobilisation. So werden dann die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, die Muskeln werden in einen Spannungszustand versetzt, der Kreislauf läuft auf Hochtouren, das Denken rückt in den Hintergrund, die ganze Aufmerksamkeit ist auf der Gefahrensituation und alles andere wird unwichtig. Der Körper ist somit optimal vorbereitet auf Angriff oder Flucht.

 

Dieser Urinstinkt, diese Programme laufen heute noch genau gleich ab, sind allerdings in den meisten Situationen nicht mehr angebracht. Davonrennen wäre unklug. Publikum, Jury, die Prüfer, oder wer immer einem gegenüber sitzt anzugreifen ist auch nicht sinnvoll. 

 

Zu viel Stress beeinträchtigt die Fähigkeit, klar zu denken.  Wer von Gefühlen überschwemmt ist, ist sozusagen „enthirnt“, wie der Hirnforscher Gerald Hüther es ausdrückt. Wenn dieser Stress zu viel wird, entsteht das Gefühl Angst und hemmt unsere Denkleistung, es kommt im schlimmsten Falle zum „Blackout“, das wäre dann vergleichbar mit der 3. Überlebensstrategie, dem Totstellen.

 

Wenn man aber den Stress auf ein gutes Niveau reduzieren kann, dient er zur Steigerung von Präsenz und Aufmerksamkeit und wird ein hilfreicher Begleiter. Wir brauchen also eine gesunde Portion Lampenfieber, Nervosität, damit wir wach, aufmerksam und konzentriert eine Topleistung erbringen können.

 

Das ist denn auch das Ziel das wir anstreben wollen:

Lampenfieber erkennen - dosieren und nutzen.

Den kommenden Auftritt, die Rede, den Vortrag nicht als Gefahr anzusehen, sondern als sicheres und erfolgreiche Erlebnis - mit den dazugehörenden guten Gefühlen - in unserem UNTERBEWUSSTSEIN abzuspeichern.

 

Diese Angst vor der gefährlichen Situation sitzt im Gefühlshirn, im limbischen System, und da kommt man mit Reden oder mit Verstehen häufig nicht wirklich weiter.

 

Was können wir machen?

 

  • Gute Vorbereitung, viel Üben, Trainieren
  • Gute Körperhaltung   Merke: Es ist gar nicht möglich, sich unwohl und gestresst zu fühlen, wenn du eine starke und aufrechte Körperhaltung hast.
  • Atemübung, tiefe Bauchatmung
  • Wasser trinken (ohne Kohlensäure) erhöht die elektrische Leitfähigkeit im Gehirn
  • „Es ist so“ – Annehmen, so ist es halt! Du findest dich einfach damit ab und sagst dir innerlich „Ist eben so“ .   Je entspannter du mit dem Problem umgehst, umso weniger belastet es dich.  Merke: Sobald du dein Problem akzeptierst, hast du kein Problem mehr! 

  

Die HYPNOSE, der Trancezustand oder die Tiefenentspannung ist eine der SCHNELLSTEN und EFFEKTIVSTEN Methoden, weil wir dann Zugang zu unserem UNTERBEWUSSTSEIN haben.

 

Störende Programme und ungewollte Verhaltensweisen können so leicht zum POSITIVEN und zu unserem WOHLE umprogrammiert werden.